Geschichte

Funde aus der Steinzeit beweisen, dass diese Gegend schon sehr früh besiedelt war. Pölsfeld wurde zum ersten Mal im Jahr 899 urkundlich im Hersfelder Zehntregister erwähnt, unter dem Namen Bullisfeld-Feld am Wasser, denn Bullis deutet auf feuchten Boden hin. Der Name veränderte sich vielfach bis zur heutigen Schreibweise. In der Folgezeit vergrößerte sich die Siedlung. Nach den gegebenen Möglichkeiten wurden Land- und Viehwirtschaft betrieben. Die Höfe waren teils "Denen von Morungen" und teils dem "Amt Sangerhausen" zinspflichtig. Beideübten auch die Gerichtsbarkeit aus. Um 1500 hatte der Ort 52 Häuser mit 280 Einwohnern. Während des 30jährigen Krieges wurde Pölsfeld fast völlig zerstört. Im Pestjahr 1626 starben 168 Personen. Erst 1770 wohnten wieder 300 Menschen in Pölsfeld. Der Haupterwerbszweig blieb die Landwirtschaft, daneben auch die Waldarbeit. Von 1614 bis 1850 bestand eine Oberförsterei in der Dorfmitte im sogenannten Wildshof. Durch sie entfaltete sich in dem sonst so stillen Dörfchen reges Leben, besonders als Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels 1713 - 1736 seine Residenz in Sangerhausen aufschlug. Er weilte oft zur Jagd in Pölsfeld. Eine Revierförsterei ist seit 1911 vorhanden.

Die Kirche im Ort wird erstmalig 1535 in einem Verzeichnis genannt. In der heutigen Form sind Turm und Schiff von 1777 - 1779 gebaut worden. Bekannt ist die Kirche durch ihre wertvolle Hildebrandt-Orgel.

Seit 1690 besitzt der Ort eine Schule, 1828 wurde das Schulhaus erneuert und 1911 erweitert.

Blick auf das Dorf

Von 1958 - 1960 gründeten sich die "Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften" (LPG), die sich 1973 mit der "LPG Gonna" vereinigten.

Neben der Landwirtschaft waren die Einwohner in Sangerhäuser Betrieben, 1950 - 1990 vornehmlich auch in Kupferschächten in Sangerhausen und Niederröblingen, tätig. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gab es Veränderungen im Berufsleben. Die LPG wurde in eine Agrargenossenschaft umgewandelt. Nur noch wenige sind in der Landwirtschaft beschäftigt.

Blick auf historische Hauptstraße

Die Gemeinde, mit zur Zeit ca. 460 Einwohnern, ist auf dem Wege, ihre Infrastruktur zu verbessern. Das Wasserleitungsnetz wurde erweitert, die Straßenbeleuchtung verbessert. Im Rahmen der Dorferneuerung sind der zentrale Platz, Gemeindestraßen und einige Gebäude neu gestaltet worden. Es entstanden auch verschiedene selbständige Betriebe. Das kulturelle Leben wird mitgestaltet von den beiden 1955 und 1985 gegründeten Blaskapellen sowie dem Karnevalclub, der Sportgemeinschaft "Gonnatal", der Feuerwehr, dem Schützenverein, dem Kleintierzuchtverein und der Ortsgruppe Volkssolidarität. Eine sehr schöne Sportanlage mit modernem Schießstand steht zur Verfügung.